Ich fühle sehr viel Mitleid
Für die Bienen dieser Welt
Deren hart getane Arbeit
Nur einer großen Sache gilt
Jeden Morgen schwärmen sie aus
Um Blüten zu finden
Und kommen am Abend zurück ins Haus
Und füttern ihre Kinder
Aus Wabenstöcken steigt empor
Betörender Duft
Für die, die als Königin auserkoren
Er steigt in die Luft
Was müssen sich Arbeitsbienen denken
Wenn sie der Königin Teures schenken
Jeden Tag schuften sie sich krumm
Und rackern und rackern sich dämlich und dumm
Ergeben der schrecklichen Tyrannei
Ihrer Bienenkönigin
Aber vielleicht sind ja ein paar dabei
Die träumen von einem Neubeginn
Ihr mögt gerne sagen, das ist Quatsch
Das wäre wider die Natur
So hat’s der liebe Gott gemacht
Daran hält sich die Welt stur
Doch was, wenn die Arbeitsbienen
Längst die Fühler stramm erhoben
Wenn sie nicht mehr wollen dienen
Ihrer elenden Herzogin
Was, wenn ihre kleinen Flügel
Zittern längst schon durch die Spannung
Was, wenn die Blumen auf dem Hügel
Eingehen, und die Pflanzen
Was ist, wenn die kleinen Bienen
Ihre Arbeit niederlegen
Und mit finsteren Mienen
Lieber Marx und Engels lesen
Was, wenn die Chitinpanzer
Längst schon aneinanderprallen
Und in einem blut’gen Tanze
Viele, viele Bienen fallen
Es könnte sein, dass zweifelsohne
Eine kleine, schwache Drohne
Schreit „Wir sind das Volk!“
Und da hätte er recht
Es könnte sein, dass kleine Larven
Aus den Waben sich erheben
Und schreien: „Hebt die Waffen!
Wagt es nicht, euch zu ergeben!“
Und dann dringt ein gelber Schwall
Voller Hass und voller Zorn
Mit den Mundwerkzeugen geballt
Ins Gemach der Königin vor
Und sie töten sie bestimmt
Für das grausame Finale
Und aus Wabenstöcken dringt
Die Internationale
Ich weiß, das sind gar wilde Thesen
Bienen können gar nicht lesen
Noch kennen sie Marx und Engels
Noch würden sie ihre Arbeit beenden
Aber ganz vielleicht, läuft alles glatt
Vielleicht in ein paar Jahren schon
Liest man im Extra-Extrablatt
Von einer Bienenrevolution.
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