Ich bin eindeutig der Städtetrip-Typ. Das habe ich vor zwei Jahren in Lissabon gemerkt. Wir sind morgens ohne Plan losgelaufen, haben uns in den engen Gassen der Alfama verlaufen, in einem winzigen Café Pastéis de Nata gegessen und abends auf einer Aussichtsterrasse den Sonnenuntergang gesehen. Ich war nach fünf Tagen müde, aber auf die gute Art: Mein Kopf war voll mit neuen Eindrücken, und genau das brauche ich im Urlaub.
Langweilig ab dem dritten Tag
Ganz anders war es bei einem Strandurlaub in Kroatien. Am ersten Tag fand ich es noch schön, am dritten lag ich nur noch genervt auf dem Handtuch und habe auf die Uhr geschaut. Ohne etwas zu entdecken, fühle ich mich schnell unruhig. Strand ist für mich einfach nichts.
Meine Freundin Amelie Kultenhauser sieht das ganz anders: „Ich bin zu hundert Prozent Wander-Typ. Wenn ich nach acht Stunden auf dem Berg ankomme und die Aussicht habe, bin ich komplett glücklich. Da gibt es kein Handy und keinen Stress, nur mich und die Natur.“ Das kann ich gut verstehen, obwohl ich selbst nach drei Stunden Wandern schon Blasen habe. Interessant finde ich, dass wir beide etwas erleben wollen, sie in der Natur und ich zwischen Gebäuden und Menschen.
Nichts müssen
Mein Freund Jakob Steiger antwortete dagegen kurz und knapp: „Strand, ganz klar. Ich will nichts müssen. Buch, Meer, Eis, mehr brauche ich nicht.“ Er ist also genau das Gegenteil von mir, denn er sucht Ruhe, ich suche Abwechslung. Trotzdem haben wir etwas gemeinsam: Wir wollen im Urlaub das tun, wofür im Alltag keine Zeit ist.
Für mich zeigt sich daran, dass es keinen „richtigen“ Urlaub gibt. Entscheidend ist, wie man sich am Ende der Reise fühlt. Und ich fühle mich nach einer neuen Stadt am besten.
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