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Als ich die ID Austria beantragte, wusste ich: Die Schule bereitet uns nicht aufs Leben vor

Jugendliche stehen heute vor vielen Entscheidungen, die weit über den Schulalltag hinausgehen. Schon mit 16 beginnt die eigene Verantwortung: ein Ausweis muss beantragt werden, erste Bankkonten eröffnen sich, und kleine finanzielle Entscheidungen tauchen auf einmal täglich auf. Oft fehlt es jedoch an Grundlagenwissen.

Wie gehe ich richtig mit Geld um? Woher sollen wir es wissen, wenn wir es nicht lernen? (Foto: shutterstock)

Schon mit 16 Jahren merke ich, wie viele Entscheidungen plötzlich auf mich zukommen. Letztens habe ich meine ID Austria beantragt, um mich offiziell auszuweisen und Online-Dienste nutzen zu können. Plötzlich stand ich vor Formularen, Fristen und Angaben, die ich zuerst gar nicht richtig verstanden habe. Gleichzeitig habe ich begonnen, über meine ersten eigenen Konten nachzudenken: Welche Bank bietet die besten Zinsen? Wie behalte ich den Überblick über meine Ausgaben?

Auf einmal zeigte mir meine Bank-App am Handy nur noch 40 Cent anstatt der 100 Euro, die ich am Anfang hatte. Ich habe schnell gemerkt, dass es sehr einfach ist, den Überblick zu verlieren und unüberlegte Entscheidungen zu treffen, wenn Grundwissen fehlt. Auch beim ersten Ferialjob hätte ich fast 60 Euro Steuern liegenlassen, weil ich nicht wusste, dass ich sie zurückfordern kann. Ohne die Unterstützung meines Vaters hätte ich das Geld wirklich verloren.

In der Schule lernen wir viele Dinge, die sicher wichtig sind. Aber Themen wie Miete zahlen, Verträge abschließen, Versicherungen vergleichen oder ein Budget erstellen kommen oft zu kurz. Einige Fächer wie Betriebswirtschaft oder Rechnungswesen geben zwar ein bisschen Wissen, doch viele Schulen bieten das nicht an. Deshalb stehen viele Jugendliche später völlig allein da, sobald sie 18 werden, anfangen zu arbeiten oder ausziehen.

Mindestlohn und Inflation: Wissen wir, was das ist?

Wirtschaft betrifft nicht nur das eigene Konto. Wenn in den Nachrichten über Mindestlohn, Inflation oder Staatsverschuldung diskutiert wird, fällt es schwer, sich eine eigene Meinung zu bilden, wenn die Grundlagen fehlen. Mehr Wirtschaftsbildung würde nicht nur beim Umgang mit Geld helfen, sondern auch dabei, politische und gesellschaftliche Themen besser zu verstehen.

Deshalb halte ich es für sinnvoll, Geld und Wirtschaft als festen Bestandteil in allen Schulformen einzuführen. So bekommen Jugendliche das Wissen, das sie wirklich brauchen, um selbstbewusst Entscheidungen zu treffen und besser auf das echte Leben vorbereitet zu sein.


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