Im Supermarkt stehe ich an der Kasse und halte eine Packung Nudeln in der Hand. Das Förderband ruckelt ein Stück nach vorne, bleibt wieder stehen. Das leise Piepen der Scanner mischt sich mit Stimmen und dem Klappern von Einkaufswagen im Hintergrund.
Vor mir stehen zwei Menschen dicht nebeneinander, aber beide wirken, als wären sie nicht wirklich im Raum. Die Frau tippt schnell auf ihr Handy, im Bildschirm spiegelt sich ihr Gesicht. Neben ihr scrollt der Mann durch kurze Videos, der Daumen bewegt sich gleichmäßig, immer im gleichen Tempo.
Die Schlange rückt ein Stück vor. Die Kassiererin hebt den Kopf und sagt deutlich: „Nächster bitte!“. Einen Moment passiert nichts. Keine Reaktion. Nur das Tippen und Wischen auf den Displays geht weiter.
Erst nach einem kurzen Zögern heben beide gleichzeitig den Kopf, als würden sie gerade erst zurück in den Raum kommen.
Verloren in Sekunden
Zu Hause nehme ich mir vor, nur kurz WhatsApp zu checken – eine Nachricht, eine Information, irgendetwas Kleines. Doch ohne dass ich es merke, vergehen zwanzig Minuten. Ein Video nach dem anderen zieht vorbei, ich lese Kommentare, springe zu anderen Clips, und plötzlich frage ich mich, wo die Zeit geblieben ist. Als ich wieder auf die Uhr sehe, kann ich kaum sagen, womit genau ich mich beschäftigt habe.
Das kleine Zögern im Alltag
Am Abend frage ich jemanden nach dem Weg. Die Frau weiß sofort Bescheid, beginnt aber trotzdem mit einem zögernden „Also…“. Eine kurze Pause folgt, als müsste der eigentlich klare Gedanke erst geordnet werden, bevor er ausgesprochen wird. Mir fällt auf, wie oft wir kleine Unsicherheiten einbauen, selbst wenn wir genau wissen, was zu tun ist – als würde jeder Moment überprüft, bevor er rausgelassen wird. Vielleicht sind wir innerlich alle ein bisschen abgelenkt, wie in der Schlange im Supermarkt.
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