Liebes Barcelona!
Seit langer Zeit beobachte ich dich bereits aus der Ferne. Ich kenne deine Gesichter noch nicht persönlich, und dennoch habe ich das Gefühl, dich schon lange zu verstehen. Deine engen Gassen, die niemals vollkommen still werden, deine warmen Nächte voller Stimmen, Musik und salziger Meeresluft, all das scheint mich schon jetzt zu rufen.
Erwartest du mich schon hoffnungsvoll? Du bist nicht nur eine wunderschöne Stadt am Mittelmeer mit bekannten Sehenswürdigkeiten wie der Sagrada Familia oder dem berühmten Fußballstadion Camp Nou, sondern auch mein nächstes Reiseziel. In 22 Tagen werde ich endlich vor dir stehen. Dann darf ich die Stadt betreten, die für viele nur ein Reiseziel ist, für mich jedoch längst mehr geworden ist. Du bist kein gewöhnlicher Ort. Du lebst. Du atmest. Deine Straßen tragen Erinnerungen in sich, und deine alten Mauern scheinen Geschichten über jeden Menschen zu kennen, der jemals durch sie gegangen ist.
Ich frage mich, ob du bereits weißt, dass ich komme.
Ich bin schon sehr gespannt, welchen Eindruck du bei mir hinterlassen wirst, liebes Barcelona. Meine Erwartungen sind groß, ich kenne dich bisher nur aus wunderschönen Videos und spannenden Erzählungen, weshalb ich mir bereits viele Gedanken über dich gemacht habe. Vielleicht wartest du schon darauf, mir deine schönsten Seiten zu zeigen.
Ich freue mich besonders auf eine Tour zu den Bauwerken von Antoni Gaudí: die unvollendete Basilika Sagrada Familia, den farbenfrohen Park Güell, die Wohnhäuser Casa Batlló und Casa Milà sowie den Palau Güell. All diese Orte zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe, worauf du sicher besonders stolz bist. Ebenso werde ich einen Tagesausflug ins Weinanbaugebiet Torres machen, wo auch die Möglichkeit besteht, die Sektkellerei zu besichtigen. Ich hoffe, dadurch einen Teil von dir kennenzulernen, der stark von den Einheimischen geprägt ist und abseits der typischen Touristenrouten liegt. Um auch deine wunderschöne Meereslandschaft zu erleben, wird eine Hafen-Bootstour ein wichtiger Bestandteil meiner Reise sein.
Viele meinen, du schläfst niemals wirklich. Selbst dein Meer scheint ständig mit dir zu sprechen. Genau deshalb zieht es mich zu deiner Hafenpromenade, hinaus auf das offene Wasser, wo ich dich aus der Entfernung betrachten möchte. Vielleicht versteht man eine Stadt wie dich erst richtig, wenn man sie kurz verlässt und erkennt, wie sehr sie einen bereits festhält.
Eine traditionelle Flamenco-Show lasse ich mir natürlich auf keinen Fall entgehen, und ich bin schon sehr gespannt, was mich dort erwartet. Doch am meisten interessiert mich nicht das Barcelona, das Millionen Touristen sehen. Ich will das Barcelona kennenlernen, das sich zwischen kleinen Cafés, versteckten Boutiquen und ruhigen Seitengassen verbirgt – das Barcelona, das nur diejenigen bemerken, die wirklich hinsehen. Auch deine Nächte faszinieren mich: das Licht deiner Clubs, die Musik, die Menschen. Orte wie das Shôko oder Opium wirken aus der Ferne fast wie ein eigener kleiner Teil deiner Persönlichkeit.
Vielleicht wirst du mich verändern.
Vielleicht werde ich nach dieser Reise nicht mehr dieselbe Person sein.
Vielleicht hinterlässt du Spuren, die noch lange bleiben, nachdem ich dich wieder verlassen habe.
Bis bald, liebes Barcelona.
Ich beobachte dich bereits.
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