Den Ballon d’Or , übersetzt „goldener Ball“, vergibt seit 1956 die französische Fußballzeitschrift France Football. Sie bewertet die dreißig besten Spieler des vergangenen Jahres aus aller Welt in verschiedensten Kategorien. Die Kriterien sind Teamleistungen, individuelle Leistungen, Erfolge, Klasse und Fairplay. Die internationale Jury besteht aus Journalisten der hundert besten FIFA-Nationen der Herren und der fünfzig besten der Frauen. Schon in den vergangenen Jahren gab es einige unerwartete Ergebnisse. Zum Beispiel hat 2023 Lionel Messi die Trophäe bekommen, obwohl viele Erling Haaland besser fanden. 2021 haben viele Lewandowski vor dem Rekordgewinner aus Argentinien gesehen.
In welchen Kategorien wird gewählt?
Insgesamt gibt es jeweils sechs verschiedene Kategorien für Männer und Frauen. Neben dem „Weltfußballer“ bekommt auch der beste Nachwuchsspieler, Torhüter, Torschützen, Trainer und auch das beste Team eine Auszeichnung. Dazu kommt der sogenannte Socrates-Preis. Er geht an Fußballer*innen, die sich für Integration, Umweltschutz oder für benachteiligte oder von Konflikten bedrohte Menschen einsetzt. Bei den Frauen gibt es dieses Jahr drei Kategorien mehr als im vergangenen. Somit gewinnen Männer und Frauen nun die gleichen Preise.
Die Gewinner 2025
Einer der besten Fußballer aller Zeiten, Ronaldinho, durfte den goldenen Ball übergeben. Bei den Männern gewann Ousmane Dembele, der unter anderem spektakulärer Champions-League-Sieger war. Seine Leistungen trugen viel dazu bei, dass PSG zum ersten Mal den Titel in der Königsklasse holte. Wegen dieser Leistung erhielt das ganze Team die Auszeichnung als Klub des Jahres und der Trainer der Pariser, Luis Enrique, bekam zum einen den Titel für den besten Trainer, aber auch den Socrates Award für seine Xana Foundation, die sich für die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einsetzt und dabei Prävention, Aufklärung und Therapieangebote verbindet.
Die Trophäe für den besten Youngster ging, wie erwartet, an den 18-jährigen Lamine Yamal und die Gerd-Müller-Trophy (Auszeichnung für den besten Torschützen) ging an Viktor Gyökeres. Der beste Torhüter 2025 spielte ebenfalls bei Paris Saint-Germain. Gianluigi Donnarumma wechselte allerdings im Sommer zu Manchester City. Auch bei den Frauen gab es einige außergewöhnliche Leistungen im vergangenen Jahr.
Die Gewinnerinnen 2025
Den Ballon d’Or féminin gewann Aitana Bonmatí zum dritten Mal in Folge. Die Spanierin gewann 2025 mit dem FC Barcelona alle möglichen Titel in ihrem Heimatland. Noch dazu wurde sie zur besten Spielerin der Europameisterschaft gekürt. Ihre 19-jährige Mitspielerin, Victoria López, wurde von der Jury zur besten jungen Spielerin gewählt. Die meisten Tore hat ebenfalls eine Spielerin der Katalanen geschossen, nämlich Ewa Pajor. Die beste Trainerin, Torhüterin und der beste Klub sind alle aus England.
Die Königsklasse der Frauen hat Arsenal WFC gewonnen. Kombiniert mit dem 2. Platz in der Premier League waren sie damit für die Jury die beste Mannschaft in 2025. Im Sommer hat die englische Nationalmannschaft die Europameisterschaft in der Schweiz im Elfmeterschießen gegen Spanien gewonnen. Auch 2 Frauen aus der Siegermannschaft wurden in Paris ausgezeichnet: Sarina Wiegman ist die niederländische Trainerin der „Three Lions“ und die Torfrau Hannah Hampton, unter anderem aufgrund ihrer sehr guten Leistung im Elferschießen.
Die Enttäuschung der Gala
Viele Fans und vor allem die zahlreich angereiste Familie von Lamine Yamal haben ihn als Favoriten gesehen. Dennoch hat die Jury anders entschieden. Aus meiner Sicht hätten es Yamal, Dembele und Raphinha, welcher „nur“ Platz 5 erreichte, alle verdient. Alle drei haben eine unfassbare Saison hinter sich. Dembele mit den meisten Titeln und er hat die Champions League gewonnen. Das war wahrscheinlich auch für die Jury einer der entscheidenden Punkte. Für Lamine Yamal zwar schade, aber er hat noch einige Jahre, um die Weltfußballer-Trophäe zu gewinnen.
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