Bald beginnt die Schule wieder und die Zeit rast nur so dahin

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TOP 25 Autorin
Volontärin · GRG10 Laaerberg Gymnasium
28.08.2026
5 Min.

Für die einen vergehen die letzten Ferientage viel zu schnell, andere freuen sich schon auf den ersten Schultag. Drei persönliche Gedanken über Zeit, Ziele und die Menschen, deren Platz plötzlich leer bleibt.

Alles hat ein Ende, auch ein wunderschöner Augenblick. (Foto: pixabay)

Die letzten Tage der Sommerferien

Neun Tage. So viel Zeit bleibt noch, bis die Schule wieder beginnt. Als ich vor ein paar Tagen morgens aufgewacht bin, habe ich zuerst auf mein Handy geschaut. Es war schon später Vormittag. Ich bin noch eine Weile im Bett geblieben, weil ich wusste, dass ich eigentlich keinen Grund hatte aufzustehen. Dann fiel mein Blick auf den Kalender. Plötzlich wurde mir bewusst, dass die Sommerferien bald vorbei sind.

Auf meinem Schreibtisch lagen schon einige Schulsachen, die ich eigentlich noch wegräumen wollte. Allein der Anblick davon hat die Stimmung ein bisschen verändert. Vor ein paar Wochen fühlten sich die Ferien noch endlos an. Jetzt konnte ich mir schon vorstellen, wieder früh aufzustehen, in die Schule zu gehen und Hausaufgaben zu machen.

Dabei habe ich gemerkt, wie unterschiedlich dieselben Ferien sein können. Für manche Schülerinnen und Schüler waren sie wahrscheinlich viel zu kurz. Vielleicht waren sie mit ihrer Familie im Urlaub, haben Verwandte besucht oder viele Freunde getroffen. Sie konnten ausschlafen, lange wach bleiben und Dinge machen, für die während der Schulzeit kaum Zeit bleibt.

Bei anderen haben sich die Ferien vielleicht ganz anders angefühlt. Wenn Freunde verreist waren oder man selbst nicht viel unternommen hat, kann ein freier Tag plötzlich ziemlich lang werden. Am Anfang ist es schön, einfach nichts tun zu müssen. Man schaut Filme, spielt, schläft lange oder trifft sich mit Freunden. Aber irgendwann kann sich die viele freie Zeit auch langweilig anfühlen.

Deshalb finde ich es interessant, dass zwei Menschen am selben Tag völlig unterschiedliche Gefühle haben können. Während jemand vielleicht denkt: „Warum sind die Ferien schon wieder vorbei?“, freut sich jemand anderes darauf, dass die Schule endlich wieder beginnt.

Auch für mich verändert sich die Stimmung, je näher der erste Schultag kommt. Manche freuen sich darauf, ihre Freunde wiederzusehen. Andere haben keine Lust auf Schule. Wer in eine neue Klasse kommt oder die Schule wechselt, denkt vielleicht darüber nach, wie die neuen Lehrer sein werden und ob man schnell neue Freunde findet.

Wenn ich jetzt auf den Kalender schaue und die neun Tage sehe, denke ich deshalb nicht mehr nur daran, dass die Ferien bald vorbei sind. Ich denke auch darüber nach, wie unterschiedlich wir dieselbe Zeit erleben können. Für die einen ist das Ende der Ferien ein Abschied von einer schönen Zeit, für die anderen vielleicht der Beginn von etwas Neuem.

Jeder Mensch hat ein anderes Ziel

Nach einer Schularbeit habe ich einmal beobachtet, wie unterschiedlich zwei Schülerinnen auf dieselbe Note reagiert haben. Beide hatten dieselbe Punktzahl bekommen. Die eine war enttäuscht und meinte, sie hätte sich viel mehr erwartet. Die andere war erleichtert und sagte, dass sie froh sei, überhaupt positiv zu sein.

Eigentlich hatten beide genau dieselbe Note bekommen. Trotzdem bedeutete sie für sie etwas völlig anderes.

Diese Situation hat mich darüber nachdenken lassen, wie verschieden die Ziele von Menschen sein können. In der Schule sieht es manchmal so aus, als hätten wir alle dasselbe Ziel. Wir bekommen Aufgaben, lernen für Schularbeiten und bekommen am Ende eine Note. Dadurch vergleicht man sich automatisch: Wer hat eine Eins? Wer hat mehr Punkte? Wer hat besser abgeschnitten?

Aber die Reaktion der beiden Schülerinnen hat mir gezeigt, dass eine Note allein nicht viel darüber aussagt, was jemand erreichen möchte.

Für die eine war die Note schlecht, weil sie unbedingt zu den Besten gehören wollte. Sie hatte viel gelernt und wollte zeigen, dass sie den Stoff wirklich beherrscht. Für die andere war genau diese Note ein Erfolg, weil ihr Ziel einfach gewesen war, die Schularbeit zu schaffen.

Auch außerhalb der Schule haben Menschen unterschiedliche Vorstellungen von ihrer Zukunft. Manche möchten lange studieren und später einen Beruf ausüben, der sie besonders interessiert. Andere möchten möglichst schnell arbeiten, eigenes Geld verdienen und unabhängig sein. Manche wollen ihre Eltern stolz machen, andere möchten vor allem etwas finden, das ihnen selbst Freude macht.

Wenn ich darüber nachdenke, finde ich es deshalb unfair, jemanden nur anhand einer Zahl auf einem Zeugnis zu beurteilen. Eine Note zeigt, wie jemand bei einer bestimmten Aufgabe abgeschnitten hat. Sie zeigt aber nicht, welche Ziele diese Person hat, was sie gerade beschäftigt oder was sie später einmal erreichen möchte.

Seit dieser Situation denke ich bei Noten manchmal anders. Wenn jemand eine schlechte Note bekommt, weiß ich nicht automatisch, dass diese Person nicht genug kann oder sich nicht bemüht hat. Vielleicht hatte sie einfach ein anderes Ziel. Und vielleicht ist eine Note, die für mich sehr gut wäre, für jemand anderen trotzdem eine Enttäuschung.

Eine Zahl kann also für zwei Menschen genau dasselbe bedeuten und sich trotzdem völlig unterschiedlich anfühlen.

Wenn plötzlich jemand fehlt

Gestern habe ich erfahren, dass der Ehemann unserer Nachbarin gestorben ist. Ich wusste, dass er schon älter und krank war und Alzheimer hatte. Trotzdem war es etwas anderes, als plötzlich zu wissen: Er ist wirklich nicht mehr da.

Besonders beschäftigt mich seitdem ein bestimmtes Bild. Ich stelle mir vor, wie es für seine Frau jetzt sein muss, wenn sie zu Hause sitzt und an einem Platz vorbeikommt, an dem er früher gesessen hat. Vielleicht steht sie morgens auf und merkt erst nach ein paar Sekunden, dass etwas fehlt. Vielleicht ist es beim Essen besonders auffällig, wenn der Platz neben ihr leer bleibt.

Die beiden waren ungefähr 60 Jahre verheiratet. Sechzig Jahre sind für mich kaum vorstellbar. In dieser langen Zeit entstehen wahrscheinlich unzählige gemeinsame Gewohnheiten. Man weiß, wann der andere morgens aufsteht, was er gerne isst oder wie er auf bestimmte Dinge reagiert. Vieles davon passiert irgendwann ganz selbstverständlich.

Und dann ist dieser Mensch plötzlich nicht mehr da.

Ich glaube, dass gerade die kleinen Dinge besonders fehlen können. Ein gemeinsames Essen. Ein kurzes Gespräch. Jemand, der einfach im selben Raum ist. Dinge, über die man sich im Alltag wahrscheinlich kaum Gedanken macht, können plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommen.

Dieser Gedanke hat mich auch über mein eigenes Leben nachdenken lassen. Oft verschiebt man Dinge auf später. Man sagt, dass man etwas irgendwann machen oder später mehr Zeit miteinander verbringen wird. Dabei weiß man nicht, wie viel Zeit man tatsächlich hat.

Ich glaube deshalb nicht, dass man jeden Moment besonders machen muss. Es geht für mich eher darum, die normalen Momente bewusster wahrzunehmen. Ein gemeinsames Essen, ein Gespräch oder einfach die Anwesenheit eines Menschen kann viel wertvoller sein, als man in diesem Moment merkt.

Seit dem Tod unseres Nachbarn denke ich deshalb anders über manche alltäglichen Situationen nach. Wenn ich jemanden sehe, der mir wichtig ist, denke ich manchmal daran, dass genau dieser Moment nicht selbstverständlich ist.

Vielleicht erkennen wir den Wert eines Menschen manchmal erst dann, wenn sein Platz plötzlich leer bleibt.

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