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Mit einem Klick pleite: Liegt in der Kartenzahlung die Gefahr?

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Volontärin · Bundes-Bildungsanstalt für Sozial- und Elementarpädagogik
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01.04.2026
2 Min.

Selbst bei einer Semmel um 25 Cent halten wir mittlerweile ganz selbstverständlich unsere Karte an das Kartenlesegerät. Man sieht kaum noch Menschen bar bezahlen – und wenn doch, wirkt es fast ungewohnt oder sogar ein wenig befremdlich.

Durch das ständige Zahlen mit der Karte verlieren wir schnell den Überblick über unsere Ausgaben (Foto: Shutterstock)

Zahlst du mit der Karte oder mit Bargeld? Oft siegt die Bequemlichkeit: Schließlich ist es einfacher, schnell das Handy oder die Karte zu zücken. Es geht schneller, und man muss sich keine Sorgen machen, ob man genug Kleingeld dabei hat oder das passende Rückgeld bekommt. Besonders kontaktloses Bezahlen hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Auch in Österreich zeigt sich dieser Trend deutlich: Immer mehr Menschen greifen zur Karte oder zum Smartphone. Dennoch ist Bargeld hier nach wie vor sehr verbreitet. Studien der Österreichische Nationalbank zeigen, dass Bargeld zwar weiterhin häufig genutzt wird, aber Kartenzahlungen und digitale Methoden stetig zunehmen – vor allem bei jüngeren Menschen.

Ein Gefühl für Geld

Doch verliert man dadurch nicht auch den Überblick über seine Ausgaben? Tatsächlich haben viele Menschen heutzutage kein richtiges Gefühl mehr für Geld und merken oft gar nicht, wie viel sie bereits ausgegeben haben. Durch die Kartenzahlung fehlt der direkte Bezug zum Geld – wir sehen und spüren es nicht mehr. Während man beim Bezahlen mit Bargeld bewusst Scheine und Münzen aus der Hand gibt, passiert das Bezahlen mit Karte oft unbewusst und nebenbei.

Gesellschaftliche und politische Diskussion

Das Thema wird auch politisch diskutiert. In Österreich fordern manche Parteien und Interessenvertretungen sogar ein „Recht auf Bargeld“. Sie argumentieren, dass Bargeld ein Stück Freiheit und Privatsphäre bedeutet, da digitale Zahlungen leichter nachverfolgt werden können. Gleichzeitig setzen sich Banken und Unternehmen verstärkt für digitale Bezahlsysteme ein, da diese effizienter und kostengünstiger sind.

Auch auf europäischer Ebene wird über die Zukunft des Geldes gesprochen, etwa im Zusammenhang mit einem möglichen digitalen Euro.

Was ist also besser?

Diese Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Bargeld kann dabei helfen, die eigenen Ausgaben besser im Blick zu behalten und ein bewussteres Verhältnis zum Geld zu entwickeln. Auf der anderen Seite bietet die Kartenzahlung ebenso viele Vorteile: Sie ist schnell, praktisch und sicher.

Würden alle Menschen ausschließlich mit Karte bezahlen, könnten Gelddiebstähle deutlich reduziert werden. Außerdem werden durch kontaktloses Bezahlen weniger Bakterien übertragen, da kein direkter Kontakt mit Bargeld stattfindet.

Letztendlich hängt es von der eigenen Einstellung und dem Umgang mit Geld ab, welche Zahlungsart die bessere ist. In Österreich zeigt sich, dass viele Menschen beide Möglichkeiten nutzen. Vielleicht liegt genau darin die beste Lösung: die Vorteile von Bargeld und Kartenzahlung sinnvoll zu kombinieren.

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