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Aus den Augen aus dem Sinn: Die Gefahren des kontaktlosen Zahlens

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Volontärin · Bundes-Bildungsanstalt für Sozial- und Elementarpädagogik
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27.03.2026
2 Min.

Wer kennt es nicht? Man zahlt hier schnell mit Karte, dort noch etwas, und plötzlich fühlt sich Geld gar nicht mehr wie echtes Geld an. Genau das ist für viele Jugendliche Alltag geworden, ohne dass sie es hinterfragen.

Bargeld im Geldbeutel macht sichtbar, wie viel man tatsächlich ausgibt. (Foto: https://pixabay.com/users/cocoparisienne-127419/)

Wenn Bezahlen zu einfach wird

Du stehst im Supermarkt, hast ein paar Sachen im Korb, gehst zur Kassa – und zack, einmal kurz die Karte hingehalten und schon ist alles bezahlt. Kein Nachzählen, kein Überlegen, kein Gefühl dafür, wie viel Geld man eigentlich gerade ausgegeben hat. Genau das ist heutzutage ganz normal geworden.

Persönlich finde ich, dass wir auf diese Thematik viel mehr Augenmerk legen sollten. Viele Jugendliche verstehen gar nicht, wie viel Geld sie „einfach so“ aus dem Fenster werfen, weil es sich oft nicht wie echtes Geld anfühlt. Mit Karte zu zahlen geht schnell, ist bequem – und genau das wird zum Problem.

Warum wir den Überblick verlieren

Ich habe selbst schon gemerkt, wie leicht das passieren kann. Man kauft hier etwas, dort etwas, zahlt jedes Mal einfach mit Karte – und irgendwann schaut man aufs Konto und denkt sich: „Wann habe ich bitte so viel Geld ausgegeben?“ Genau dieser Moment zeigt, wie schnell man den Überblick verlieren kann.

Studien zeigen, dass Menschen mit Karte oft unbewusster Geld ausgeben, weil das direkte Gefühl beim Bezahlen fehlt. Bargeld „tut mehr weh“, weil man es wirklich sieht und aus der Hand gibt. Bei der Karte passiert das nicht. Wenn man nicht regelmäßig auf sein Konto schaut, merkt man manchmal gar nicht, dass man schon im Minus ist – und von Sparen ist da noch gar nicht die Rede.

Warum Bargeld trotzdem wichtig ist

Aber wie sollen Kinder überhaupt lernen, mit Geld umzugehen, wenn sie es weder angreifen, noch sehen oder wirklich spüren können? Bargeld vermittelt ein ganz anderes Gefühl für Wert. Wenn man nur noch digital zahlt, fehlt dieses Verständnis oft komplett. Gleichzeitig stellt sich auch die Frage: Wie sollen wir unseren Kindern einen gesunden Umgang mit Geld beibringen, ohne sie ständig kontrollieren oder einschränken zu müssen?

Außerdem geht dadurch auch ein Stück Tradition verloren. Wenn man einen Geldschein in der Hand hält, erkennt man seinen Wert viel bewusster. Man gibt eher Trinkgeld, weil man es direkt vor sich sieht. Aber wann denkt man daran, Trinkgeld zu geben, wenn man schnell mit Karte zahlt und im Alltag sowieso schon gestresst ist?

Ein besserer Umgang mit Geld

Ich finde, wir sollten hier einen besseren Mittelweg finden. Digitales Bezahlen ist praktisch, keine Frage – aber komplett auf Bargeld zu verzichten, nimmt uns ein wichtiges Gefühl für den Wert von Geld. Vielleicht sollten wir uns öfter bewusst fragen: Gebe ich dieses Geld gerade wirklich aus, oder passiert es einfach nebenbei?


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