Vor einer Weile hatte ich einen Arzttermin. Meine Mutter und ich hielten in einer Kurzparkzone, stellten die Parkuhr korrekt ein und gingen zur Ordination. Bei unserer Rückkehr klemmte ein Strafzettel hinter dem Scheibenwischer. Darauf stand, dass unsere Parkuhr falsch eingestellt war und wir 40 Euro Strafe zahlen mussten. Wir kontrollierten die Uhr und sie war komplett richtig. Sie ging bloß in die andere Richtung, da sie spiegelverkehrt beschriftet war. Beim Kauf war uns versichert worden, dass sie trotzdem im Straßenverkehr gültig ist.
Kämpfen gegen Ungerechtigkeit
Wir wollten das nicht auf uns sitzen lassen, da wir nichts falsch gemacht haben. Wir sind zur örtlichen Polizeistelle gefahren und haben den Polizisten erklärt was passiert ist und gefragt was wir tun können. Dort wurde uns gesagt, wir sollen eine E-Mail an das Parkkontrollunternehmen schreiben und ein Foto von der Parkuhr einfügen, damit sie sehen, dass sie spiegelverkehrt ist und der Kontrolleur sie falsch herum gelesen hat.
Gesagt, getan. Es kam keine Antwort, nur eine Mahnung, in der stand, dass wir aufgrund der nicht bezahlten Strafe nun nicht mehr 40 sondern schon 60 Euro bezahlen sollten. Nun wandten wir uns an den Bürgermeister. Der hat sich alles angehört und die Mahnung sowie die Parkuhr angesehen. Er riet uns aber, die Strafe zu bezahlen, anstatt sich da weiter drum zu kümmern, da es den Aufwand nicht wert wäre.
Der Weg zum Anwalt
Das haben wir uns nicht sagen lassen und haben uns dann einen Anwalt gewandt. Der hat sich ebenfalls alles angehört und angesehen, und uns seine Meinung dazu und uns unsere Möglichkeiten erklärt. Trotz der Gefahr, dass die Anwaltskosten bei einer Niederlage vor Gericht höher als die Strafe sein könnten, haben wir zugestimmt. Das Gericht entschied, der Fall sei einen Prozess nicht wert und gab uns Recht.
Was wir daraus gelernt haben, war, dass es gut war, nicht auf den Bürgermeister zu hören und einfach aufzugeben. Wir waren richtig froh, uns an den Anwalt gewandt zu haben, da er abgesehen von der Polizeistelle der einzige war der uns wirklich geholfen hat.
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