Italien weist eine Arbeitslosenquote von 6,65 Prozent auf, die als hoch gilt. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit 20,3 Prozent noch besorgniserregender. Besonders stark trifft die Arbeitslosigkeit den Süden Italiens. Vor allem junge Erwachsene finden dort kaum Beschäftigung. Meist bleiben sie bis zu ihrem dreißigsten Lebensjahr oder länger zuhause bei ihren Eltern.
Ferrari als Zugpferd am Arbeitsmarkt
Eine deutliche Nord-Süd-Differenz zeigt sich. Unternehmen wie Ferrari, Lamborghini und Armani beschäftigen im Norden viele Arbeitskräfte. Den Norden, vor allem die Regionen um Bozen, Mailand, Turin und Bologna, prägen zahlreiche Gewerbe- und Industriegebiete.
Nur Landwirtschaft im Süden
Im Süden fehlen Unternehmen oder Fabriken weitgehend. Der Schwerpunkt liegt hier eher in der Landwirtschaft. Die wenigsten Menschen wollen aufgrund ihrer Ausbildung, etwa Matura oder Studium, aber in der Landwirtschaft, sondern in Berufen arbeiten, in denen sie mehr verdienen. Sie haben es schwer.
Korruption und unfaire Bezahlung prägen den Süden zudem stark. Arbeitgeber bezahlen arbeitssuchende junge Erwachsene meist unterhalb der kollektivvertraglichen Grenzen, manchmal erhalten sie gar kein Geld. Vor allem bei Praktika bezahlen Unternehmen junge Menschen nicht. Viele junge Erwachsene arbeiten schwarz, sodass sie oft nicht versichert sind und möglicherweise ungeschützt durch gesetzliche Bestimmungen gefährliche Tätigkeiten ausüben, die zu Verletzungen führen können.
Ab in den reichen Norden
Jedes Jahr arbeiten deshalb Menschen aus dem Süden zumindest saisonal im Norden. Vor allem in Südtirol finden Süditaliener in der Hotellerie oder Gastronomie Beschäftigung, oder sie wandern überhaupt in den Norden aus. Einige übernehmen Arbeiten, die einheimische Südtiroler nicht ausüben wollen, wie im Supermarkt, bei der Polizei oder im Krankenhaus. Da Norditalien, etwa Südtirol, auch einen großen Lehrermangel hat, arbeiten viele Süditaliener dort als Lehrer.
Der Süden stirbt langsam aus
Somit leben nur noch wenige Menschen im Süden Italiens, meistens Kinder und Pensionäre. Genau deshalb gibt es aber auch Gründer, die mit neuen Fiormen Arbeitspätze schaffen wollen.
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