Als die Schulglocke zum unfreiwilligen Hauptdarsteller wurde

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03.12.2025
2 Min.
Lieber ein geschlossener als ein offener Schulranzen. (Foto: riadbenamar123/pixabay)

Es war einer dieser ganz gewöhnlichen Schultage, an dem eigentlich nichts Besonderes passieren sollte. Die erste Stunde war gerade vorbei, und ich wollte schnell noch meine Wasserflasche aus dem Rucksack holen, bevor der Lehrer für die zweite Stunde hereinkam. Ich stand also vor meinem offenen Schulranzen, während um mich herum das übliche Chaos herrschte: Leute redeten durcheinander, jemand suchte verzweifelt nach seinem Matheheft, und von draußen drang das Kreischen ein paar Fünftklässler, die auf dem Gang Fangen spielten.

In dem Moment, in dem ich mich bückte, um die Wasserflasche herauszuziehen, passierte es: Die Schulglocke, die ohnehin schon viel zu laut eingestellt war, schrillte plötzlich los. Ein Ton, der selbst einen schlafenden Stein hätte aufschrecken lassen. Ich erschrak so heftig, dass ich reflexartig nach hinten sprang, allerdings mit einer unglücklichen Vorwärtsbewegung des Rucksacks, der noch halb offen war. Im perfekten Timing kippte er um, und alle seine Inhalte, Hefte, Stifte, Brotdose, sogar ein einzelner Socken (fragt nicht!), verteilten sich wie Konfetti über den gesamten Boden.

Die Klasse brach natürlich in Gelächter aus. Mein Lehrer, der gerade zur Tür hereinkam, blieb stehen, sah die Szenerie und sagte trocken: „Ich sehe, du hast deinen Arbeitsplatz kreativ erweitert.“ Einer meiner Klassenkameraden kommentierte lachend: „Die Glocke hat wohl auch einen Schock gekriegt!“

Während ich versuchte, meine Sachen einzusammeln und die Brotdose wieder zusammenzusetzen, die sich spektakulär in zwei Hälften geteilt hatte, wurde mir klar: Diese Geschichte würde mich noch eine Weile verfolgen. Und tatsächlich: Wochen später musste nur einer aus der Klasse die Glocke nachmachen, und alle schauten grinsend zu mir.

Im Nachhinein kann ich darüber lachen. Es war ein peinlicher Moment, aber einer, der gezeigt hat, wie schnell aus einem normalen Schultag eine Anekdote wird, die man immer wieder gerne erzählt. Und immerhin: Seitdem erschrecke ich mich nicht mehr so leicht. Nur die Schulglocke… die bleibt mir bis heute ein bisschen suspekt.




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