Gut oder schlecht? Alles eine Frage der Sichtweise

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Volontärin · BRG Kufstein
24.07.2026
2 Min.

Manchmal verändert sich nicht die Welt um uns herum, sondern nur die Art, wie wir sie betrachten. Ein einziger Gedanke kann aus derselben Situation entweder Freiheit oder Einsamkeit machen.

Manchmal verändert sich nicht die Welt, sondern nur die Art, wie wir sie betrachten. (Foto: Ümit Yıldırım auf Unsplah)

Letztens saß ich nach Mitternacht allein auf der Couch im Wohnzimmer. Es war still, niemand war zuhause und wie so oft kamen mit der Ruhe auch unzählige Gedanken. Irgendwann fragte ich mich, wie unterschiedlich Menschen dieselbe Situation erleben können. Warum fühlt sich etwas für den einen schön an, während es für den anderen genau das Gegenteil bedeutet? Fast so, als würde jeder durch ein anderes Fenster auf dieselbe Welt schauen.

Zwei Sätze, zwei Welten

Während ich noch darüber nachdachte, nahm ich mein Handy. Der erste Beitrag, den ich sah, zeigte zwei Zitate.

„I am nothing to anyone, and that is my greatest freedom.“

~ Franz Kafka

„To be alone is to be the person who is not needed by anyone. It is the most terrible kind of poverty.“

~Fjodor Dostojewski

Ich musste den Beitrag mehrmals lesen. Beide sprechen im Grunde über dasselbe: das Alleinsein. Und trotzdem könnten die Aussagen nicht unterschiedlicher sein. Für Kafka bedeutet es Freiheit. Für Dostojewski bedeutet es Einsamkeit.

Was wir aus derselben Welt machen

In diesem Moment wurde mir klar, dass wir Menschen vieles gar nicht so erleben, wie es ist. Wir erleben es so, wie wir es wahrnehmen. Vielleicht gibt es deshalb Situationen, die gleichzeitig schön und traurig sein können. Vielleicht gibt es gar nicht die eine richtige Sichtweise.

Jeder Mensch bringt seine eigenen Erfahrungen, Erinnerungen und Gedanken mit. Deshalb können zwei Menschen denselben Moment erleben und ihn völlig unterschiedlich in Erinnerung behalten. Vielleicht ist das eine der faszinierendsten Eigenschaften des Menschen. Nicht, dass wir alle dieselbe Welt sehen. Sondern dass jeder von uns seine ganz eigene darin entdeckt.







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