Seit Jahren wird über die vermeintlichen Schäden von Videospielen diskutiert. Gaming Disorder ist eine Verhaltensstörung, die ein unkontrolliertes und übermäßiges Computerspielen ist. Es können sich abhängigkeitsähnliche Symptome entwickeln. Wenn betroffene Personen versuchen, weniger Zeit online zu verbringen, können sie Entzugserscheinungen entwickeln. Manche Menschen werden leicht reizbar oder beginnen zu zittern, wenn sie zu lange nicht gespielt haben.
An dieser Stelle ist aber anzumerken, dass nicht jedes übermäßige Spielen sofort zur Sucht wird. Wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind, ist es die Aufgabe der Eltern, die Nutzung der Soiele durch die Kinder einzuschränken oder ihnen dabei zu helfen, selbst ihre Nutzungszeit zu verringern.
Verstecktes Glückspiel in „normalen Games“
Obwohl Glückspiel in Österreich erst ab 18 erlaubt ist, verstecken sich in vielen Games Mechaniken, die schlicht und ergreifend Glücksspiel sind. Sogenannte „Gacha Mechaniken “ sind schädlich für die Psyche und machen schnell abhängig. Der Spieleentwickler Hoyoverse ist das Paradebeispiel für weltweit bekannte Gacha Games wie „Genshin Impact“, „Zenless Zone Zero“, „Honkai: Star Rail“. Bei dieser Art von Spiel kostet die Software nichts und es gibt auch keine Altersbeschränkung.
Innerhalb des Spiels kann man aber „In-Game-Currency“ mit echtem Geld kaufen, um verschiedene glückspielartige Ziehungen durchzuführen. In diesen Ziehungen kann man Spielcharaktere, Waffen oder Cosmetics erhalten. Für junge Menschen oder Teenager sind diese Arten von Spielen absolut nicht geeignet, da sie schnell süchtig machen und Jugendliche sich diese Sucht oft nicht leisten können. So verschulden sich vor allem Teenager schnell, was zu großen Geldproblemen führen kann. Meist bemerken es die Betroffenen nicht sofort, während dem Umfeld es oft früher klar ist. Hier müssen Erziehungsberechtigte unbedingt auf das Spielverhalten ihrer Kinder achten, um Sucht zu vermeiden.
Spielen Männer und Frauen unterschiedlich?
In einer Studie der Initiative Gesundheit Österreich und dem Anton-Proksch-Institut Wien vom Dezember 2023, werden einige interessante Punkte bezüglich der Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Spielern aufgelistet. Zum Beispiel zeigt sie, dass junge Männer bis 25 Jahre doppelt so viel Zeit mit digitalen Spielen verbringen, wie Frauen in demselben Alter. Außerdem fällt auf, dass Männer nicht nur mehr spielen, sondern auch eine höhere Prävalenz problematischer Nutzungsformen aufweisen. Das heißt, Männer spielen tendenziell mehr und gefährlicher.
Auch interessant ist, dass weibliche Gamer eher zu Cozy Games, Casual Games oder Simulationsspielen greifen, während Männer sich eher für aktionsreiche Strategiespiele mit kompetitiven Strukturen entscheiden. Man sieht also, dass Spielen nicht gleich Spielen ist und es wichtig ist, was und wie viel man spielt.
Wie sieht es jetzt mit der Gesundheit aus?
Grundsätzlich lässt sich sagen, dass vor allem Spiele mit Glücksspielmechaniken und Games, die nicht für die Altersgruppe der Spielenden geeignet sind, bei Spielern signifikanten Schaden anrichten können. Wer zu viel Zeit vor Bildschirmen verbringt, läuft auch Gefahr, zu wenig Bewegung zu machen. Hier ist ein gutes Zeitmanagement der Schlüssel.
Aber Gaming kann doch nicht nur schlecht sein, oder? Tatsächlich fördern Videospiele kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnis, räumliches Denken, Feinmotorik sowie Logik und schnelle Entscheidungsfindung. Außerdem können Online-Spiele mit Voice–Chat gegen Einsamkeit helfen. Manchen Jugendlichen fällt es leichter, sich über Plattformen wie Discord zu unterhalten, als in Person. Auch währen der Corona-Pandemie konnte man diesen Effekt beobachten. Da das Sozialleben immens eingeschränkt war, fingen viele Menschen an, sich zum gemeinsamen Spielen zu verabreden. Videospiele bieten außerdem Spaß und Erfolgserlebnisse, welche sich positiv auf unser Selbstbewusstsein und die Psychische Gesundheit auswirken können.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Videospiele an sich weder rein gut noch rein schlecht sind. Während Gaming bei Einsamkeit helfen und auch kognitive Fähigkeiten fördern kann, besteht die Gefahr, dass man leicht in Bewegungsmangel oder Spielsucht fällt. Die Devise lautet wie in vielen Bereichen des Lebens auch hier: Alles mit Maß und Ziel. Fixe Zeiten mit Bildschirmsperren können helfen, Spielzeiten auf ein gesundes Maß zu begrenzen, dann steht dem Spaß nichts mehr entgegen.
Kommentare