Wenn am Nachmittag die Luft in den Straßen steht, hält mich drinnen nichts mehr. Ich will rauf auf mein Mountainbike. Bei extremen 35 Grad im Schatten fahre ich natürlich auch nicht los, das wäre reine Quälerei. Ich warte lieber auf die Tage, an denen es etwas abkühlt oder die Wolken die Sonne verdecken. Meistens schaffe ich es so zwei bis drei Mal die Woche auf die Piste. Unter den dichten Bäumen ist es angenehm schattig und der Boden riecht nach feuchter Erde. Das Beste am Downhill ist, dass man an überhaupt nichts anderes denken kann. Da zählen nur die nächste Kurve, die rutschigen Wurzeln vor dem Reifen und der lose Schotter. Dieser extreme Fokus schaltet den Kopf komplett ab. Kein Videospiel schafft es mich so sehr vom Alltagsstress abzulenken wie ein schneller Trail im Wald.
Dreckiges Gewand und besorgte Blicke
Mein Hobby sorgt daheim regelmäßig für Diskussionen, vor allem wenn ich wieder mal mit aufgeschürften Knien in die Küche marschiere. Meine Mutter sieht das Ganze verständlicherweise mit gemischten Gefühlen. Sie ist zwar froh, dass ich an der frischen Luft bin und nicht nur vor dem PC hocke, aber sie mahnt mich jedes Mal, dass ich ja den Helm "gscheit" zumache. Mein bester Freund Alex kann mit dem Sport überhaupt nichts anfangen. Für ihn ist die Vorstellung, sich bei dem Wetter freiwillig den Berg raufzuquälen, der absolute Horror. Trotzdem gibt er zu, dass ich nach jeder Runde mit einem fetten Grinsen heimkomme.
Keine großen Worte auf dem Trail
Das Gute am Biken ist, dass man im Wald immer auf Leute trifft, die genauso ticken. Man braucht da oben auf dem Hügel keine langen, faden Gespräche wie in der Schule zu führen. Wenn man verschwitzt und völlig außer Atem nebeneinander sitzt und auf die Bikes schaut, versteht man sich auch ohne Worte. Letztens saß ein älterer Fahrer neben mir, der bestimmt schon seit zwanzig Jahren in den Bergen unterwegs ist. Wir haben einfach nur kurz genickt, die Aussicht genossen und sind dann hintereinander den Trail runtergejagt. Genau diese kurzen, unkomplizierten Momente machen das Mountainbiken für mich zum perfekten Start in die Ferien.
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