Manchmal denke ich, dass die Schule nur darauf aus ist, möglichst viel Wissen in unseren Kopf zu stopfen. Vor einer wichtigen Prüfung lernen wir, schreiben und hoffen, dass wir alles behalten. Aber eine Woche später ist eigentlich vieles davon wieder vergessen. Ich wünsche mir deshalb, dass wir weniger Stoff behandeln, aber dafür mehr Zeit haben, ihn wirklich zu verstehen. Statt zehn verschiedene Themen nur kurz durchzunehmen, könnte man sich auf die wichtigsten Inhalte konzentrieren und diese mit Übungen, Beispielen und Projekten vertiefen. Eine gute Note ist nicht alles, wenn ich am nächsten Tag nicht mehr weiß, was ich gelernt habe.
Kein Unterricht nach demselben Muster
Sechs Stunden am Stück sitzen, zuhören und mitschreiben? Das ist nicht gerade das, was einen selsbt motiviert. Ich wünsche mir mehr Abwechslung im Unterricht und damit meine ich nicht, dass wir einfach öfter Gruppenarbeiten machen oder Präsentationen.
Zum Beispiel könnte eine Unterrichtsstunde aus mehreren Teilen bestehen: zuerst eine kurze Erklärung des Lehrers, danach eine praktische Aufgabe und am Ende eine Diskussion. Im Deutschunterricht könnten wir beispielsweise einen Zeitungsartikel analysieren und anschließend selbst einen kurzen Artikel dazu schreiben. In Mathematik könnte man statt nur Aufgaben aus dem Buch zu rechnen, einmal eine echte Rechnung aus dem Alltag bearbeiten, etwa wie viel ein Urlaub tatsächlich kostet, dasselbe in Rechnungswesen und BEtriebswirtschaft mit Steuererklärungen usw.
Gerade bei größeren Themen wären auch Projekte sinnvoll. Statt mehrere Stunden nur über ein Thema zu sprechen, könnte eine Klasse beispielsweise eine Woche lang in Gruppen daran arbeiten und am Ende ihre Ergebnisse präsentieren. So würde man nicht nur zuhören, sondern selbst etwas erarbeiten. Ich merke bei mir selbst, dass ich mir Dinge viel besser merke, wenn ich sie praktisch anwenden kann.
Mein Handy kann mehr als nur TikTok
In der Schule ist das Handy meistens verboten. Gleichzeitig gehört es zu unserem Alltag. Deshalb finde ich es sinnvoller, uns beizubringen, wie wir digitale Medien richtig nutzen, anstatt sie einfach komplett auszuschließen.
Natürlich soll das nicht bedeuten, dass während jeder Stunde alle am Handy hängen. Aber in bestimmten Unterrichtsphasen könnte das Handy gezielt eingesetzt werden. Zum Beispiel könnten wir bei einer Recherche verschiedene Quellen vergleichen, mit einer Lern-App Vokabeln üben oder gemeinsam ein digitales Quiz machen. Auch der Umgang mit Fake News, künstlich erzeugten Bildern und Informationen aus dem Internet sollte stärker Thema sein.
So würde das Handy nicht zur Ablenkung werden, sondern zu einem Werkzeug, mit dem wir tatsächlich etwas lernen.
Was bringt mir das später im Leben?
Natürlich braucht man nicht alles, was man lernt, direkt im Alltag. Aber einige Dinge fehlen mir. Wie funktioniert eine Steuererklärung? Was muss ich bei einem Mietvertrag beachten? Wie viel Geld bleibt von einem Gehalt wirklich übrig? Was ist bei einer Versicherung wichtig?
Dafür könnte es zum Beispiel einen fixen Unterrichtsblock einmal pro Woche geben, in dem solche Alltagsthemen behandelt werden. Wir könnten gemeinsam einen einfachen Mietvertrag durchgehen, eine erste Haushaltsrechnung erstellen oder berechnen, wie viel von einem Bruttogehalt nach Abgaben tatsächlich übrig bleibt. Auch Bewerbungen, Vorstellungsgespräche oder der richtige Umgang mit einem Konto könnten dazugehören.
Solche Themen würden mich persönlich viel mehr interessieren, weil ich weiß, dass ich sie später wirklich brauchen werde. Schule sollte uns nicht nur auf die nächste Prüfung vorbereiten, sondern auch auf das Leben danach.
Schluss mit fünf Prüfungen in einer Woche
Und dann ist da noch der Stress. Drei Tests, eine Präsentation und eine wichtige Schularbeit in derselben Woche – und jeder Lehrer denkt, sein Fach ist das wichtigste.
Hier braucht es meiner Meinung nach eine ganz konkrete Änderung: einen gemeinsamen digitalen Kalender für alle Klassen, in den Lehrer größere Tests, Schularbeiten und Präsentationen eintragen. So könnten die Lehrer sehen, wenn in einer Woche bereits mehrere große Leistungen anstehen, und ihre Termine verschieben.
Außerdem könnte man beispielsweise festlegen, dass pro Klasse nicht mehr als zwei große Leistungsüberprüfungen in einer Woche stattfinden. Das würde nicht bedeuten, dass wir weniger lernen. Der Stoff würde nur besser verteilt werden.
Denn Schule soll uns fordern, aber sie sollte uns nicht ständig das Gefühl geben, dass wir allem gleichzeitig hinterherlaufen. Ich wünsche mir keine Schule, in der alles leichter wird. Ich wünsche mir eine Schule, die besser darauf vorbereitet, wie unser Leben tatsächlich aussieht.
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