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50 Jahre Volksgruppengesetz: Warum alte Sprachen für unsere Zukunft wichtig sind

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Redakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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20.07.2026
2 Min.

Österreich feiert fünfzig Jahre Volksgruppengesetz. Seit 1976 schützt es die Sprachen und Kulturen von sechs anerkannten Volksgruppen. Auch für uns spielt das Gesetz heute eine Rolle. Es sorgt dafür, dass Vielfalt nicht verloren geht und Mehrsprachigkeit gelebt werden kann.

 

Sechs Volksgruppen, viele Sprachen und eine Frage: Wie schafft es Österreich, seine kulturelle Vielfalt auch für die nächste Generation zu bewahren? (Foto: Streunerich via Wikimedia Commons)

Vor fünfzig Jahren wurde in Österreich ein Gesetz beschlossen, das es bis heute vielen Menschen ermöglicht, ihre Sprache und Kultur zu bewahren. Am 7. Juli 1976 verabschiedete der Nationalrat das Volksgruppengesetz. Es schützt die slowenische, kroatische, ungarische, tschechische und slowakische Volksgruppe sowie die Volksgruppe der Roma. Zum Jubiläum wurde das Gesetz überarbeitet. Die sechs autochthonen Volksgruppen sind nun auch ausdrücklich in der österreichischen Verfassung verankert.

Warum gibt es das Volksgruppengesetz?

Vielleicht kennt ihr Ortstafeln in zwei Sprachen oder habt schon einmal Menschen gehört, die im Alltag zwischen Deutsch und einer zweiten Sprache wechseln. Genau solche Sprachen und Kulturen soll das Volksgruppengesetz erhalten.

Das Gesetz schafft die rechtliche Grundlage für Förderungen von Vereinen, Kulturprojekten, Jugendgruppen oder Ferienlagern. Auch Bildungsangebote und Initiativen für Mehrsprachigkeit profitieren davon. Ziel ist, dass die Sprachen der Volksgruppen auch in Zukunft gesprochen und an die nächsten Generationen weitergegeben werden.

Mehrsprachigkeit ist eine Stärke

Für viele von uns gehört das Sprechen mehrerer Sprachen längst zum Alltag. Wer mit zwei Sprachen aufwächst, lernt nicht nur eine zusätzliche Sprache, sondern erlebt oft auch zwei Kulturen.

Der 17-jährige Ondrej Rada aus der tschechischen Volksgruppe beschreibt das so:"Meine Sprache ist ein Teil von mir. Wenn ich Tschechisch spreche, fühle ich mich mit meiner Familie und meiner Geschichte verbunden."

Für ihn geht es dabei nicht nur um Tradition. "Viele von uns merken erst später, wie wertvoll es ist, mehrere Sprachen zu sprechen. Das eröffnet Chancen in der Schule, im Beruf und beim Kennenlernen neuer Menschen."

Das Gesetz soll mit der Zeit gehen

Seit 1976 hat sich Österreich verändert. Viele Familien leben heute nicht mehr in den traditionellen Siedlungsgebieten der Volksgruppen. Deshalb wünschen sich junge Vertreterinnen und Vertreter, dass Förderungen und Angebote stärker auf diese neue Lebensrealität abgestimmt werden.

Auch in Schulen sehen viele Potenzial. Mehrsprachigkeit und die Geschichte der Volksgruppen könnten im Unterricht sichtbarer werden. So würden noch mehr Menschen verstehen, wie vielfältig Österreich eigentlich ist.

Vielfalt gehört zu unserem Alltag

Im Parlament erinnert derzeit die Ausstellung „Wir sind Demokratie“ an die Bedeutung der Volksgruppen. Besucherinnen und Besucher erfahren dort, welchen Beitrag sie seit Generationen für Österreich leisten. Bei Führungen und Workshops zeigt sich immer wieder, dass Mehrsprachigkeit für viele von uns selbstverständlich geworden ist. Gleichzeitig wünschen sich die Volksgruppen noch mehr Wertschätzung in der Gesellschaft.

Vielleicht begegnet euch morgen auf dem Schulweg, beim Sport oder in der Stadt jemand, der zwischen zwei Sprachen wechselt. Hinter jedem dieser Gespräche steckt ein Stück österreichischer Geschichte und vielleicht auch ein Blick darauf, wie vielfältig unsere Zukunft aussehen kann.



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