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40.000 Zugpässe: Wie weit bringt dich DiscoverEU wirklich?

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Volontär · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
08.09.2026
3 Min.

Am 1. Oktober startet die nächste Bewerbungsrunde für DiscoverEU. Jugendliche des Jahrgangs 2008 können einen von rund 40.000 Reisepässen gewinnen und damit Europa per Bahn entdecken. Doch der Pass ist kein kostenloser Urlaub: Unterkunft, Essen und manche Reservierungen müssen Reisende weiterhin selbst bezahlen.

Einsteigen und Europa entdecken: Ab Oktober können sich Jugendliche des Jahrgangs 2008 um einen von rund 40.000 DiscoverEU-Reisepässen bewerben. Ganz kostenlos ist das Abenteuer allerdings nicht. (Foto: NoName_13/Pixabay)

„This is not just a trip, it’s a life-changing journey“ – „Das ist nicht nur eine Reise, sondern eine Erfahrung, die dein Leben verändert.“ Mit diesen Worten beschrieb EU-Kommissar Glenn Micallef DiscoverEU auf dem Europäischen Jugendportal. Große Worte – und bald erscheint dazu ein ganz nüchterner Button auf einer Website.

Am 1. Oktober 2026 um zwölf Uhr beginnt die neue Bewerbungsrunde. Wer in Österreich lebt und zwischen dem 1. Jänner und dem 31. Dezember 2008 geboren wurde, kann sich bewerben. Bis zum 15. Oktober bleibt dafür Zeit. Rund 40.000 junge Menschen sollen einen Reisezugpass und eine Rabattkarte erhalten.

Hinter diesem Pass könnten volle Bahnhofshallen, fremde Sprachen und der erste Morgen in Prag, Paris oder Amsterdam warten. Doch wer beim Wort „Gratis-Ticket“ bereits an einen vollständig bezahlten Europaurlaub denkt, sollte genauer hinsehen.

Fünf Fragen und eine Schätzung

Die Bewerbung erfolgt über das Europäische Jugendportal. Neben persönlichen Angaben wird die Nummer eines Ausweises oder Reisepasses benötigt. Danach folgen fünf Fragen zur Europäischen Union und zu Angeboten für Jugendliche. Zusätzlich muss eine Schätzfrage beantwortet werden.

Wenn zu viele Bewerberinnen und Bewerber dieselbe Anzahl an Fragen richtig beantworten, entscheidet, wessen Schätzung näher am richtigen Ergebnis liegt. Für jedes teilnehmende Land gibt es außerdem eine eigene Quote. Ein österreichischer Teilnehmer tritt daher nicht direkt gegen alle Bewerber aus ganz Europa an, sondern wird zunächst innerhalb der österreichischen Gruppe gereiht.

Man kann sich allein bewerben oder eine Gruppe mit bis zu fünf Personen bilden. In einer Gruppe muss nur die Gruppenleitung das Quiz und die Schätzfrage beantworten. Ihre Antworten gelten dann allerdings für alle Mitglieder.

Sieben Reisetage sind nicht sieben Urlaubstage

Wer ausgewählt wird, darf zwischen dem 1. März 2027 und dem 31. Mai 2028 reisen. Der persönliche Trip kann bis zu 30 Tage dauern. Der Pass gilt innerhalb dieses Zeitraums jedoch nur an sieben selbst gewählten Reisetagen.

Das bedeutet: Wer etwa drei Wochen unterwegs ist, kann nicht jeden Tag beliebig in einen Zug steigen. Die sieben Tage müssen geschickt auf die Route verteilt werden. An einem Reisetag sind dafür mehrere Zugfahrten möglich. Mindestens ein ausländisches Land muss besucht werden.

Der Pass ist kostenlos – die Reise nicht

Die wichtigste Einschränkung steht nicht groß auf einem Werbeplakat: DiscoverEU übernimmt nicht den gesamten Urlaub. Übernachtungen, Essen, Eintritte und der öffentliche Verkehr am Reiseziel müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Zwar erhalten Gewinnerinnen und Gewinner eine Rabattkarte für Unterkünfte, Kulturangebote, Sport, Essen und Nahverkehr. Ein Rabatt ist aber noch keine kostenlose Leistung. Auch bei Zügen können zusätzliche Ausgaben entstehen. Bis zu vier Sitzplatzreservierungen sind kostenlos möglich. Schlafplätze im Nachtzug, weitere Reservierungen und andere Zuschläge werden dagegen nicht von der EU übernommen.

Wer einen Pass gewinnt, braucht deshalb trotzdem ein Reisebudget. Gerade bei beliebten Städten können mehrere Übernachtungen schnell teurer werden als die eigentliche Anreise. Der größte Vorteil von DiscoverEU ist also nicht ein komplett kostenloser Urlaub, sondern dass ein großer Kostenpunkt – die Fahrt durch Europa – wegfallen kann.

Was von der Reise bleibt

Wie viel mehr als einen günstigen Urlaub eine solche Fahrt bedeuten kann, zeigt der frühere DiscoverEU-Reisende Ryan Sammut aus Malta. Er fuhr unter anderem durch Belgien, Deutschland, Österreich, Ungarn und Polen. Auf dem Europäischen Jugendportal sagte er: „The concept of being European nowadays encompasses meeting other Europeans, diversifying your cultural knowledge and seeing different ways of life around the continent.“ Für ihn bedeutete Europa vor allem, andere Menschen und ihre Lebensweisen kennenzulernen.

Am 1. Oktober beginnt diese mögliche Reise trotzdem nicht an einem Bahnsteig, sondern vor einem Bildschirm. Dort warten zunächst fünf Fragen, eine Schätzung und ein Absende-Button. Wer 2008 geboren wurde, kann ihn anklicken – und vielleicht beginnt genau dahinter jene Reise, die laut Glenn Micallef ein Leben verändern kann.


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