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36 Grad und es wird noch heißer: Trotzdem kürzt Österreich beim Klimaschutz

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Volontär · Bundesgymnasium Vöcklabruck
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04.08.2026
2 Min.

POLITIK CHECK. In dieser Kolumne berichtet unser Volontär Wendelin Brandstötter vom BG Vöcklabruck regelmäßig über die wichtigsten innen- und außenpolitischen Themen. Er erklärt einfach und verständlich die Hintergründe und ihr seid bei einem wichtigen Thema up to date.

Kolumnist Wendelin Brandstötter (Foto: Wendelin Brandstötter)

„36 Grad und es wird noch heißer“: Was 2007 noch nach einem ganz normalen Sommerhit mit Ohrwurmpotenzial der Band 2raumwohnung klang, ist heute in Österreich längst Realität. Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad Celsius sind keine Seltenheit mehr. Im Osten unseres Landes gilt Hitzewarnstufe Rot, in Wien und anderen Großstädten sorgen Tropennächte mit mehr als 20 Grad für schlaflose Nächte. Allein im Juli wurden aufgrund der extremen Trockenheit 70 Waldbrände registriert. Das seit Wochen verdorrte Gras erinnert vielerorts eher an Süditalien als an Österreich.

Während die Folgen des Klimawandels für alle sichtbar sind, einigten sich unsere Politiker*innen in ihren klimatisierten Büros auf Kürzungen bei den Klimamaßnahmen. Doch können wir uns ausgerechnet jetzt leisten, beim Klimaschutz zu sparen?

Was wird eigentlich genau gekürzt?

Im Budget für 2027 werden für den Klimaschutz 965,1 Millionen Euro verwendet werden. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Kürzung von rund 30%. 2028 wird immerhin wieder minimal auf 974,7 Millionen Euro erhöht. Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) findet, dass die wesentlichen Projekte gesichert seien. So blieben etwa Projekte wie thermische Sanierung, Heizkesseltausch, Klimawandel-Anpassungsregionen und Klima- und Energiemodellregionen finanziell abgesichert.

FPÖ-Umweltsprecher Thomas Spalt kritisierte dies stark. Dies sei eine „Belastungsprobe unter dem Deckmantel des Klimaschutzes“ und besonders die Förderungsrichtlinien seien intransparent. Weiters kritisierte er, dass 50 Millionen in internationale Klimaprojekte fließen würden und gleichzeitig die Mittel für den Emissionshandel um 100 Millionen Euro stiegen. Zwar befürworten die Freiheitlichen die Kürzung des Budgets, aber nicht die Ausgestaltung der „Zuckerlkoalition“.

Grünen-Chefin Gewessler fand das Budget eine „Ungerechtigkeit auf Kosten zukünftiger Generationen“. Die Grünen kritisierten, dass zwar für den Bau neuer Autobahnen und die Förderung von dreckigen Brennstoffen genug Geld da sei, aber für Hitzeschutzmaßnahmen und beim Ausstieg aus Öl und Gas plötzlich die Mittel fehlen würden. „Das wird unsere Nachkommen teuer zu stehen kommen“, so Leonore Gewessler im Vorfeld der Budgetabstimmung im Parlament Anfang Juli.

Ist Klimaschutz in Zeiten immer häufigerer Hitzewellen wirklich der richtige Bereich zum Sparen?

Kurz und knackig: Nein. Österreich muss sparen, daran besteht kein Zweifel. Doch Klimaschutz ist keine beliebige Budgetausgabe. Jeder Euro, der heute in Hitzeschutz, erneuerbare Energien oder klimafitte Infrastruktur investiert wird, kann morgen deutlich höhere Kosten verhindern. Die aktuelle Hitzewelle zeigt, dass der Klimawandel keine ferne Zukunft mehr ist, sondern unseren Alltag längst verändert. Wer heute beim Klimaschutz spart, zahlt morgen womöglich einen deutlich höheren Preis – wirtschaftlich, gesellschaftlich und gesundheitlich. Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob wir uns Klimaschutz leisten können, sondern ob wir es uns leisten können, darauf zu verzichten.



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