1,99 Euro zahle ich jeden Monat für Google-Speicher, den ich eigentlich kaum brauche. Das Abo läuft trotzdem weiter. Dazu kommen 2,99 Euro für iCloud, also insgesamt 4,98 Euro für zwei Speicherdienste. Meine Musik und Snapchat sind da noch gar nicht dabei. Jeder Betrag für sich klingt überschaubar. Bei einem davon kann ich allerdings kaum erklären, wofür ich ihn eigentlich ausgebe.
Bei Snapchat fällt mir die Antwort leichter. Dort liegen alte Videos von meinen Freunden und mir aus der Schulzeit. Über diese Erinnerungen und die Speichergebühren habe ich bereits geschrieben. Als mein Speicher knapp wurde, habe ich Snapchat+ abgeschlossen, mit einem Angebot von 99 Cent pro Monat. Den späteren Preis habe ich bis heute nicht im Kopf. Meine Schmerzgrenze kenne ich dafür: höchstens drei Euro im Monat. Darüber wäre es mir zu teuer.
Spotify ist jeden Cent wert
Wer jetzt eine Abrechnung mit sämtlichen Abos erwartet, wird von mir enttäuscht. Für Spotify zahle ich gern. Ich höre jeden Tag Musik und verwende die App ständig. Da muss ich mir den Nutzen kaum schönreden. Bei Google-Speicher fällt meine Begeisterung deutlich kleiner aus, die Zahlung kommt trotzdem genauso verlässlich.
Netflix und Disney+ nutze ich auch, bezahle sie aber nicht selbst. Die beiden gehören also zu meinem Alltag, ohne in meiner eigenen Monatsrechnung aufzutauchen. Bei Spotify spüre ich beides: die Ausgabe und den Nutzen. Vielleicht ist das die entscheidende Frage bei unseren Abos: Was davon würden wir heute noch einmal abschließen?
Jetzt gibt es für alles ein Abo
Neue Gelegenheiten dafür kommen jedenfalls dazu. Am 15. September hat Meta seinen Abodienst Meta One vorgestellt. Er umfasst Bezahlangebote für Instagram, Facebook, WhatsApp und Meta AI. Zu den Extras zählen etwa zusätzliche Schriftarten für Instagram-Storys und Nachrichten sowie eine erweiterte KI-Nutzung in den Abopaketen. Die grundlegende Nutzung der Apps bleibt laut Meta kostenlos. Angebote und Preise unterscheiden sich nach Region und Konto.
Für jemanden, der solche Funktionen häufig verwendet, kann sich das lohnen. Mein Spotify-Abo kann ich schließlich ebenfalls gut begründen. Nur müsste sich jede weitere Ausgabe erst einmal gegen eine ziemlich einfache Frage behaupten: Fehlt mir diese Funktion überhaupt?
Bei Snapchat geht es für mich um Aufnahmen, die schon da sind. Laut Snapchat bleiben fünf Gigabyte Speicher für Memories kostenlos, zusätzlichen Platz gibt es gegen Bezahlung. Klar, auch Speicher bereitzustellen kostet Geld. Trotzdem fühlt sich die Entscheidung über alte Schulvideos anders an als die über eine zusätzliche Schriftart. Diese Erinnerungen möchte ich behalten, deshalb ärgert mich die Gebühr. Bei einem Extra, auf das ich bisher verzichten konnte, fällt mir der Verzicht leichter.
Warum ich für Erinnerungen zahle
Das klingt nach einem recht überlegten Umgang mit Geld. Leider zahle ich weiterhin meine 1,99 Euro für Google. Bei zwölf Monaten zum gleichen Preis wären das 23,88 Euro. Kein Vermögen, aber eben Geld für etwas, dessen Nutzen ich selbst bezweifle. Während ich über einen möglichen Snapchat-Preis oberhalb meiner Drei-Euro-Grenze nachdenke, lasse ich diesen Betrag weiterlaufen.
Bevor ich beim Speicher etwas ändere, muss ich natürlich prüfen, welche Dateien dort liegen und wie viel Platz ich tatsächlich benötige. Auch ein selten genutzter Speicher kann wichtige Sicherungen enthalten. Der kleine Monatsbetrag allein ist aber ein ziemlich schwacher Grund, ein Abo zu behalten.
Bei Snapchat liegt meine Grenze bei drei Euro. Bei einem Abo, das ich tatsächlich nicht brauche, sollte sie bei null liegen.
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